Knut Pankrath

Dienstleister und Mensch

Strategiewoche, die Heimkehr

Erstellt von knutpankrath am Montag 6. September 2010

weak ties

In der Kommunikation über verschiedene Dienste des Mitmachinternet (auch: social media) wird gelegentlich darüber gesprochen, dass schwache Verbindungen zu Personen – so genannte weak ties – eine große Stärke seien. Losgelöst von der Frage, ob und unter welchen Voraussetzungen das stimmen mag oder auch nicht, habe ich gerade die Parallele zu Reiseverbindungen vor Augen, um darüber ein wenig zu sinnieren.

Der Bericht der Fahrt zur Strategiewoche liefert ein interessantes Beispiel dafür, wie ich finde. Der Reiseplan im Sinne der Geschwindigkeit für die Zielerreichung war ja eher extensiv und risikobehaftet. Vielleicht waren genau das wichtige Faktoren für ein Erleben als anregend und angenehm? Eine schnelle Verbindung mit nur einem Umstieg wäre denkbar gewesen. Die wäre womöglich weniger erlebnisreich und auf jeden Fall teurer geworden. Die Parallele sehe ich auch im Aufbau von vielen Kontakten zu Interessenten. Mit klassischer Werbung kann ich diese Kontakte schnell kaufen, ob sie nun eine gewisse Qualität haben oder nicht. Nehme ich jedoch den Dialog mit meiner digitalen Umwelt über Blog, Facebook, Twitter und Co. auf Augenhöhe auf, wird es vermutlich länger dauern und weniger planbar sein. Dafür passt dieser Weg besser zu mir und scheint eher auf Qualität von Beziehungen ausgerichtet zu sein.

Bahnensport die 2.

Die Rückfahrt hat einen Umstieg weniger und die Flaschenhälse wirken auf dem Papier weniger bedrohlich. Schauen wir mal, wie es wirklich wird.

Niebüll – Hamburg Hbf (NOB80595)

Obwohl der Bahnsteig baubedingt weder über eine laufende Uhr noch über eine Anzeige verfügt, geht es pünktlich los. In die Freude über den Countdown bis zum Wiedersehen der Familie mischt sich ein “schade”. Wir haben in der Woche gut gearbeitet, Dinge angestoßen, gefeiert und die Reize der Gegend auf uns wirken lassen. Arbeiten mit Familiensanschluss ist toll.

Nordfriesland Landschaft

Deich Dagebüll, landwärts

Käse. Der Zug vertrödelt irgendwie die ursprünglich satten 8 Minuten, die für den Weg ein Gleis weiter gereicht hätten. Ich sehe Rücklichter meiner Bahn nach Uelzen. Und die sind ROT.

Zur Abrundung meiner Beglückung fühle ich mich von den Bahnleuten, die meinen Zug gerade auf Fahrt geschickt haben, eher schroff denn freundlich an den Service Punkt verwiesen. Dort wird mein Ticket gestempelt und eine neue Route aus dem Computer gezaubert. Nun mache ich einen ungeplanten Schlenker über Schwerin und komme 90 Minuten später nach Hause…

Hamburg Hbf – Schwerin Hbf (RE33013)

Der subjektive Halt an jeder zweiten Milchkanne hebt meine Laune nicht. Auch Halte auf der Strecke, um Züge überholen zu lassen, ist nicht so schön, wenn die Familie auf mich wartet. Immerhin schaffe ich es noch, die Abholung am Bahnhof auf den späteren Zeitpunkt telefonisch “umzubuchen”. Der Hauptbahnhof Schwerin verfügt über einen Bäcker, dem ich eine mittelleckere Rosinenschnecke abkaufen kann.

Schwerin Hbf – Berlin-Jungfernheide (RE38217)

Laut Fahrplanauskunft soll ich um 18:24 ankommen. Freue mich mächtig auf kleine, mittlere und groß Menschen dort! Geschafft. Baden, lecker essen und auch innerlich ankommen… Erwäge ernsthaft, ob ich bei der Nord Ostsee-Bahn (NOB) anklopfe und mal schaue, wie die mit Kundenbeschwerden umgehen. Mal sehen, ob die Woche mir Zeit dafür lässt.

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