Knut Pankrath

Dienstleister und Mensch

telegraphen_lounge Direktere Demokratie

Erstellt von knutpankrath am Donnerstag 26. April 2012

[hashtag #tlounge]

Meine Rezeptionsziele und -methoden des Termins taugen bei realistischer Betrachtung weder für ein Verlaufsprotokoll noch für ein Ergebnisprotokoll. Also gibt es eher Athmo plus Gedankensplittersalat als eine sauber abgegrenzte journalistische Form. Aber das kennen Sie hier ja schon… Zum einen habe ich einen Blick auf handwerkliche Kniffe des Moderators geworfen und zum anderen überlegt, ob und wie eine auch geschäftliche Interessen berührende Frage in das Format passen würde.

Moderation

Volker “VolliCrew” Wieprecht ist schon einer nur für Erwachsene, um für Menschen aus Berlin und Brandenburg mäßig unauffällig auf Radio Eins anzuspielen, wo er sonst sprechenderweise tätig ist. Eine präzise und trotzdem Impulse aufgreifende Vorstellung der Diskutanten war erfreulich zügig durch. Kannten doch die meisten Anwesenden vermutlich die Köpfe und Teile ihrer Positionen. Gefühlt gut ein Dutzend kurzer ja-nein-Fragen banden das Publikum Handzeichen gebend ein. Neben der Neugierde über die nicht-ich-seienden Meinungsinhaber habe ich mich gefragt, ob das auch ein Kniff ist, für einen späteren Zeitpunkt besonders kritische Fragen abzumildern oder durch das schiere Tempo der Aktion eine Schwelle des Respekts zu errichten, sich zu Wort zu melden.

In der Reihenfolge Lars Klingbeil, Annett Meiritz, Julia Schramm hatte jeder 5 Minuten Zeit, der lauschenden Schar eine Terrine leckeren Inhalts anzubieten. Putzig – gerade in einem Haus der Deutschen Telekom – fand ich ein kleines Verkabelungsproblem. Das hat Annett Meiritz nur wenig behindert, führte aber zu einem lol-fähigen Bild. Sie sprach Richtung Publikum und hinter ihr werkelte und nestelte ein Techniker an ihrem Sender herum.

Moderator + Diskutanten

v.l.n.r. Wieprecht, Klingbeil, Meiritz, Schramm

Athmo

Der Raum war angemessen im Sinne von nicht zu voll gefüllt, was u.a. der Gästeliste geschuldet sein dürfte. Kleidung eher Business mit Einschlägen in Richtung Casual. Ich hatte Spaß daran, im Stil eines start-up Machers den sprachlichen Inhalt meines OberPrima Shirtes zur Lektüre vorzuführen. Ich habe dadurch schneller Menschen gefunden, mit denen ich mich austauschen konnte.

Es gibt vom Gastgeber einen audio-visuellen 3-Minüter, der einen guten Querschnitt durch die Veranstaltung zeigt. Wer mich kennt, kann mich irgendwann aufblitzen sehen.

Catering

Ach lecker, mein erster Spargel des Jahres! Service nicht einmal betont unauffällig sondern wirklich unnauffällig. Danke dafür. Trotz der Verlockungen des Büffets blieb nach meiner Einschätzung der Austausch der Menschen zentrale Aktivität.

Frage an Julia Schramm und Lars Klingbeil

Bei der Straffheit des moderierten Programmteils und dem Druck, im Anschluss noch O-Töne vor der Kamera abgegeben zu sollen fand ich es schwierig, ohne den Einsatz kommunikativer Ellenbogen die beiden Politiker etwas zu fragen, was ich gern hier öffentlich nachhole. Das halte ich beim beobachteten öffentlichen digitalen Auftreten der Beiden für fair. Sollte ich – was ich sehr hoffe – Antwort[en] erhalten, werde ich diese hier vorbehaltlich abweichenden Wunsches gern hier veröffentlichen. Meine Frage:

OberPrima.com ist eine Seite, auf der sich Schüler und Studenten seit mehr als 3 Jahren im Schnitt monatlich mehr als 20.000 Zeitstunden Nachhilfe kostenlos „holen“. Wie stehen Sie bzw. Ihre Partei zur Öffnung der Schulen für online Nachhilfeangebote? Welche Rechtsgrundlage würde dafür auf Bundesebene gebraucht und was müssten die Bundesländer regeln?

Der Gründer von OberPrima hat das Thema auch beim Zukunftsdialog der Bundeskanzlerin in den gesellschaftlichen Diskurs eingebracht.

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