Knut Pankrath

Dienstleister und Mensch

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TKK Dividende

Erstellt von knutpankrath am Donnerstag 20. Februar 2014

Meine in der Regel begründet zu lobende Krankenkasse TKK hat dieser Tage seine Mitglieder mit einem Schreiben erfreut, welches mit dem Begriff Dividende arbeitete und einen Scheck enthielt. Über den genauen Hintergrund hat bestimmt wer anderes bereits sinnstiftend gebloggt, so dass ich es mir hier spare. Ob der ansonsten recht eng umrissene Begriff der Dividende für die Rückzahlung zuvor vereinnahmter Gelder bestmöglich gewählt ist, ließe sich diskutieren. Ich habe losgelöst davon eine ökologische und eine ökonomische Frage.

Ökologie

Die Anzahl der Mitglieder der TKK ist vermutlich deutlich größer als der durchschnittliche Bekanntenkreis meiner Leser. Es stellt sich hiermit die in Kilogramm beantwortbare Frage, wieviel Papier bei der Aussendung verbraucht wurde. Pro Million Briefe habe ich mal geschätzt: 2 Seiten Brief bei 80g/qm Papierqualität plus Umschlag je 15 Gramm mal 1.000.000 = 15.000 Kilogramm. Das müsste für den Gesamtpapierbedarf noch mit der Anzahl der Millionen ausgesendeter Briefe multipliziert werden. Liebe TKK, war das nicht anders lösbar?

Ökonomie

Zumindest meine Bank unterscheidet zwischen beleglosen Transaktionen und solchen mit Papierbeleg. Die Variante mit Beleg ist aus nachvollziehbaren Gründen teurer. War es nicht zu vermeiden, die millionenfache belegbehaftete Scheckeinreichung und die damit für die Mitglieder verbundenen Mehrkosten zu vermeiden? Oder war das eine kleine Charity Aktion für gebeutelte Banken?

Touchpoint Management

Touchpoint Management beschäftigt sich grob gesprochen mit konkreten Situationen, in denen eine Firma Kontakt mit ihren Interessenten und Kunden hat. Diese gilt es der Lehrmeinung nach angenehm zu gestalten. Für Angestellte ist Krankenkasse normalerweise ein Posten, der ohne eigenes Zutun via Lohnabrechnung zur Krankenkasse wandert. Warum eine Dividende genannte Erstattung nicht den selben Weg retour nehmen kann, mag erklärbar sein, stellt aber mindestens so etwas wie einen Medienbruch dar. Das gilt eigentlich als bäh. Freiwillig Versicherte überweisen selbst an die Krankenkasse, so dass sogar verifizierte Kontendaten vorliegen. Somit wäre eine Überweisung leicht möglich. Auch hier wird der Medienbruch vorgenommen. Ich orakele mal, da ich mir eine abmahnfähige Tatsachenbehauptung zu gefährlich ist: Kunden sollten etwas positiv Behaftetes wie einen Scheck von der TKK in den Händen halten und ökologische wie ökonomische Kosten wurden im Sinne einer zur Marketingaktion gereiften Rückzahlung mehr oder minder klug in Kauf genommen. Ich finde ehrlich gesagt, das kann in Zeiten von EDV schlauer gehen.

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