Knut Pankrath

Dienstleister und Mensch

Turmstraßenfest 2011

Erstellt von knutpankrath am Montag 13. September 2010

Turmstraßenfest 2010

Das Turmstraßenfest 2010 ist vorbei. Und ich frage mich, ob das Bild der Hüpfburg in Form der untergehenden Titanic nicht DAS Symbol für diese Veranstaltung ist.

Titanic Turmstraßenfest

Gesamtsituation des Festes

Seit Jahren höre ich aus meiner näheren und ferneren Bekanntschaft, dass diese Veranstaltung eher den zu Unrecht bestehenden schlechten Ruf von Moabit verfestigt als positive Signale setzt. Ich sehe sowohl als Quartiersrat als auch als Vater und als Bildungsbürger im weiteren Sinn, dass es zur derzeitigen Form mehr Kritik als Lob vorzubringen gibt. Auch wenn Aufzählungslisten rein sprachlich eher öde wirken, reihe ich mal ein paar Punkte auf:

  • Es gibt kein sich erschließendes Profil des völlig austauschbaren mobilen Handels niedrigster Qualität.
  • Das eher profilarme Kulturprogramm im Sinne bunter Zusammengewürfeltheit scheint intransparent zu Stande gekommen zu sein. Auftrittswillige Künstler sollen teilweise nicht einmal Absagen bekommen haben. Das wäre sehr unschön.
  • Wie geht man mit Sozialprojekten und deren Trägern um? Die Platzierung wirkte in den letzten beiden Jahren jeweils eher so, als wolle man von weiterer Teilnahme eher abschrecken.
  • Wie sieht es mit einem sinn- oder liebevollen Angebot für Kinder und Jugendliche aus, die kein sattes Taschengeld für den Kommerzrummel haben?

Meine Umfrage

In der Navigation der Seite rechts habe ich eine kleine Umfrage eingerichtet. Ich möchte gern herausfinden, ob nur ich und eine handvoll meiner Bekannten sich eine grundlegenden Änderung wünschen oder ob das von einer Mehrheit getragen wird.

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18 Kommentare zu “Turmstraßenfest 2011”

  1. Wolfgang Höwener sagt:

    Bezüglich dieses Turmstaßenfestes kann ich nur sagen, dass es in dieser Form überflüssig ist und nicht wieder stattfinden sollte. Es war von einem neuen Konzept und einem neuen Veranstalter die Rede, und ich habe wirklich gehofft, dass es ein schönes Fest für die Bevölkerung des Kietzes würde.

    Doch weit gefehlt Die Turmstraße selbst wurde beherrscht von Ständen die minderwertige Waren um nicht zu sagen Schrott. Stände die das übliche Angebot an Speisen hatten und Fahrgeschäfte und Unterhaltung für KInder zu überhöhten Preisen. Entenangeln für Kinder 5,-€ für 10 Enten. Auf dem Deutsch-Französischen Volksfest 25 Enten. Der Hinweis jede Ente sei ein Gewinn ist unsinnig, da es sich um billige chinesische Spielzeuge handelt bei denen ich nicht sicher bin ob sie nicht gesundheitsschädliche Stoffe enthalten. Bungeehüpfen für Kinder zum Preis von 5,-€ wobe die Aufsicvhtsperson mit telefonieren beschäftigt war und die Zeit für die Kinder nachgutdünken festlegte und die angebrachten Uhren mehr Dekoration waren. Außerdem warein in einem Teil der Sprungflächen Löcher in die kleine Kinder mit ihren Füßen hätten rutschen und sich verletzen konnte.
    Die Stände der gemeinnützigen Istitutionen und Vereine die sich auch um die Probleme und Sorgen der Bevölkerung kümmern wurden neben und hinter das Rathaus abgedrängt.
    Ich lege keinen Wert auf ein derartiges Turmstraßenfest.

    Bei gestrigen Gesprächen wurde meine Meinung von allen Anwohnern mit denen ich sprach geteilt.

    Mit freundlichen Grüßen

    W. Höwener

  2. knutpankrath sagt:

    Vielen Dank lieber Herr Höwener,
    dass Sie sich die Zeit für eine so umfassende Stellungnahme genommen haben.
    Gruß Knut Pankrath

  3. Andi sagt:

    Hallo,

    ich kann mich noch an meine Kinderzeit erinnern, als das Turmstraßenfest ein Highlight war und ich selbst auf einer Decke alte Spielsachen verkauft habe. Von dem Charme und dem Besucherandrang ist leider nichts mehr übrig geblieben. Alle, mit denen ich gesprochen habe, sehen das ähnlich. Es wird sich teilweise lustig gemacht über die Betrunkenen, die zur Country-Musik tanzend umhertorkeln.

    Das ganze Konzept sollte überarbeitet werden. Ist die Größe wirklich nötig ? Wenn ich sehe, wie viel Platz zwischen den einzelnen Ständen ist, dann kann man 3/4 wenn nicht die Hälfte der gesperrten Fläche anbieten und die Besucher konzentrieren sich darauf. Was wiederum besser fürs Geschäft ist.

    An Qualität kann ich nur zustimmen. Weg mit den Ständen, die nur billigste Ware anbieten. Natürlich haben wir in Moabit kaum Klientel, welches sich hochwertige und somit teure Waren erlauben kann. Trotzdem kann ein Mittelweg gefunden werden. Fahrgeschäfte sind ein Muss und bringen Spaß. Autoscooter ist immer ein Highlight. Mehr davon

    Im nächsten Jahr sollte man vielleicht mal mit der Zunft AG sprechen. Die sind sicherlich interessiert, dass das Turmstraßenfest gut besucht ist.

    Habe gehört, dass die Standmiete nun auch nicht sonderlich günstig sein soll. Das kann ich nicht beurteilen. Wenn dem aber so ist, dann frage ich mich, was einen Schausteller und Gewerbetreibenden denn dazu bewegen soll sich gerade auf dem Turmstraßenfest einen Stand zu mieten ?!?

    Bindet doch auch die Moabiter selber mit ein.

    Facebook etc machen es möglich … Ideensammeln, Ratschläge holen usw … die Jugendlichen werden nicht beim Quartiersrat teilnehmen oder sich einbringen … die meisten der Eltern ebenfalls nicht …

  4. Peter. sagt:

    Moin Knut,

    hört sich so an, als ob man die Kritikpunkte 1:1 auf das Müllerstraßenfest im Wedding übertragen könnte. Fressbuden unterster Kategorie (vorbildlich finde ich da den Fressbudenbereich vom Karneval der Kulturen) und Fern-Ost-Schnickschnack auf Grabbeltischen und in Spielautomaten.
    Das mag für Kinder irgendwie immer noch spannend sein – aber auch nur, weil sie es nicht anders kennen.
    Es gab doch vor kurzem eine Meldung in der Berliner Presselandschaft, dass irgendein Bezirk ein solches Fest nicht genehmigt hatte, eben aus diesen Gründen (zu oberflächlich, hinterlässt nur Müll, etc.). Müsste man mal recherchieren.

    Gruß
    Peter.

  5. Jaqueline sagt:

    Ich sehe das ebenso. Billigniveau von oben bis unten, überhaupt nichts Kiez bezogenes, nur Bungee-Jumping war ein Highlight.
    Weniger ist mehr und um niveauvolle Händler und Kiezleute zu ziehen, wird es nur 1 Mittel geben: die Stadt MUß die gemietete Fläche billiger machen. Zumindest bis die Änderung vom Publikum wahrgenommen wird.
    Was hier erreicht werden soll ist gut für die Wirtschaft, die Anwohner und die Politik. Die schreiben sich das nachher sowieso wieder als ihr Werk auf und ist das nicht auch die Aufgabe der Volksvertreter etwas FÜR das Volk zu tun????
    Anfangen mit kleinen Festen mit Qualität. Und das Volk braucht auch in Punkto Unterhaltung mit Niveau nicht immer so unterschätzt werden.

  6. knutpankrath sagt:

    Hallo Andi,
    danke für die Einschätzung und die Hinweise. Das mit dem billig und teuer spiegelt sich zum Glück nicht 1:1 in wertig oder ramschig wieder. Ich denke auch, dass es Produkte gibt die ihren Preis wert sind und es gut ist, wenn man unabhängig vom Einkommen Spaß auf einem Fest haben kann. In Sachen Zunft AG kann ich durch Verflechtung mit dem Projekt auch den Mittlerpart übernehmen. Und facebook macht tatsächlich einiges möglich. DOA21 (Frank Wolf) hat schon mal einen weiteren Ort für Diskussion geschaffen.
    Gruß Knut

  7. knutpankrath sagt:

    Moin Peter,
    ich danke Dir für Deinen Beitrag und insbesondere den Hinweis bereits verbotener bzw. nicht genehmigter Feste. Habe tatsächlich recht zügig diesen Beitrag im Tagesspiegel gefunden, der nützlich für die Sache vor Ort sein könnte.
    Gruß Knut

  8. knutpankrath sagt:

    Hallo Jaqueline,
    auch Dir danke für Deine Ausführungen. Ich teile besonders auch den Punkt, dass alle Menschen Unterhaltung mit gewissem Niveau erkennen. Und das auch ohne Vorsortierung oder Zensur eines Veranstalters, der seine Besucher nicht zu kennen scheint…
    Gruß Knut

  9. Rané Schmidt sagt:

    Bin auch eher für ein “Arminiushallenfest” als
    ein “Turmstrassenfest”. Was mich sehr verärgert
    hat, dass ich Herrn Rabe die DVD vom 1. Beusselstrassenfest
    gegeben hatte, in der Hoffnung, er würde davon
    zumindest einen großen Teil umsetzen.
    Nichts dergleichen. Aber für alle Freunde der
    “niveauvollen Musikdarbietung”, ab November
    gibt es Konzerte vom Klangraum im “Artenschutztheater”
    in der Lüneburger Strasse. Auch das war ein Vorschlag
    an Herrn Rabe, Funky-Jamsession von Chris Krauss
    und schwäbische Spezialitäten von Weizmann (Betreiber
    vom Artenschutztheater).
    Lieber Gruß besonders an die Quartiersräte Moabit-West,
    denn ich weiss, es sind schwierige Zeiten.
    Rané

  10. DerDemokrator sagt:

    Das Turmstrassenfest ist leider inzw. allerunterstes Niveau so wie die Turmstrasse selbst. Erfreulich nur das durch “Bolu” ein Konkurrent für den Platzhirschen der “Türkendiscounter” hinzu gekommen ist. Dessen Preispolitik war für mich schon immer mehr als zweifelhaft. Ansonsten spiegelte sich der ganze Niedergang der Turmstraße auch auf dem Fest wieder, kein Hertie mehr, keine “Marken- oder Qualitätsware”. Auch das die Moabiter Initiativen in die Seitenstraßen verfrachtet wurden so als hätten sie nichts zu sagen halte ich in dieser Situation für einen Fehler.
    Da haben wir Linken in Moabit mit dem “Kinder-Waldstrassenfest 2010″ erfreulicherweise “hübschere Farbtupfer” hinterlassen und freuen uns schon auf das nächste Jahr.
    Ich würde mir aber wünschen das der Turmstrasse und seinem Fest neues Leben eingehaucht werden kann.

    Ciao
    Wolfgang

  11. knutpankrath sagt:

    Hallo Rané,
    danke für Deinen Beitrag sowie den Gruß Richtung Quartiersrat Moabit-West. Deine Mischung aus nachvollziehbarer Kritik und Ansätzen Richtung Neuanfang ist das, was wir in Moabit in noch größerer Menge brauchen. “Arminiushallenfest” finde ich persönlich auch einen sehr interessanten Ansatz. Als zum Hallenteam Gehörender bin ich natürlich befangen. Aber auch ohne diese Verbindung fände ich kleiner, feiner, kieziger und von einer Gruppe engagierter Menschen mit Blick Richtung Zukunft getragen auch besser als das von einigen Menschen bemängelte Sonnenkönigstum… Ich greife ein wenig vor, wenn ich verrate, dass es Bestrebungen für einen zeitnahen runden Tisch zum Thema Zukunft Turmstraßenfest geben soll. Ich werde das natürlich aufgreifen, wenn ich mehr Informationen habe.
    Gruß Knut

  12. Frank "doa21" Wolf sagt:

    Der Kiez ist einer Meinung, auch die Stadtteilvertretung ist nicht zufrieden mit der Meile. Hatte mich gestern mal mit in die Sitzung gesetzt und eine klare Meinung dazu gefiltert. Schande, es wäre so leicht es zu verbessern. Was fehlt ist der Wille!

  13. knutpankrath sagt:

    Danke Frank für Deinen Input. Langsam scheint sich beim Zuhören im Kiez abzuzeichnen, dass nun ENTWEDER – wie schon die letzten Jahre – weiter von den selben Leuten konservierend geredet ODER von anderen Leuten ändernd gehandelt wird. Ich bringe mich wie schon bei der Arminius Markthalle im Rahmen meiner Möglichkeiten lieber handelnd ein, als eine Besserung durch Zuwarten zu hoffen.

  14. Stadtteilplenum Moabit-West zu Spielhallen « Knut Pankrath sagt:

    [...] Blais erwähnte die nach vorne gerichteten Aktivitäten von Frank Wolf, die sich aus dem letzten Turmstraßenfest ergeben haben. Auch meine kleine Umfrage – in der Navigation der Seite rechts – wurde [...]

  15. Jaqueline sagt:

    BRAVO. Das ist wovon ich immer rede. Versuchen gemeinsam SELBST in die Hand zu nehmen und damit Druck aufbauen. Perfekt !
    Vorbild sollte uns allen die alte DDR sein. Hört sich komisch an, hat aber gewirkt. Oder ?

  16. knutpankrath sagt:

    So seltsam finde ich den Vergleich nicht. Das Volk der Künstler, Gewerbetreibenden, Vereine, Einrichtungen und Anwohner mag nicht mehr etwas von einer Person oder einem Vereinen vorgesetzt bekommen. Stattdessen gibt es den Ruf nach echter inhaltlicher Beteiligung…

  17. Runder Tisch Turmstraßenfest « Knut Pankrath sagt:

    [...] es mehr als nur Detailkritik am Turmstraßenfest 2010 als Ende einer langen Kette gegeben hat – das Bild des Faßes mit dem zum Überlauf [...]

  18. Kieztermine « Knut Pankrath sagt:

    [...] war bereits der 2. runde Tisch zum Turmstraßenfest 2011, zu dessen Planung ich nach großer Skepsis am Anfang zunehmend Vertrauen gewinne. Das liegt an [...]