Knut Pankrath

Dienstleister und Mensch

Turmstraßenfest, Kiezbühne: antirassistisch

Erstellt von knutpankrath am Montag 12. September 2011

Moabit ist Beste, der Verein

Bevor ich zu meiner überschrifterklärenden Anekdote komme, sei hier als erstes festgehalten, dass der Verein Moabit ist Beste ein tolles Programm auf die Beine gestellt hat!

Mrs Winterbottom

Samstag ab 20.45 heizten die 8 Jungs der Weddinger Ska Band Mrs Winterbottom dem zahlreichen Publikum mit unterschieldlicher Herkunft mächtig ein. Sie haben vor lauter Spielfreude nicht weniger als 2 Gitarrensaiten und 1 Basssaite zerlegt. 8-) Ich war lange nicht mehr so durchgeschwitzt vor wilder Tanzerei. Braaavo!

Logo Mrs Winterbottom

Logo Mrs Winterbottom

Für alle Nichtkenner von Ska: Insbesondere der bühnennahe Teil der Tanzenden mochte auf Außenstehende wirken wie der Keim einer zünftigen Wirtshausprügelei. Allein dem war nicht so. Es gibt nämlich durchaus recht gut eingehaltene Regeln dafür, wie gerempelt und geschubst werden darf.

Auftritt Polizei

Ich vermute mal ohne bösartige Unterstellung, dass das Trio patroullierender Polizisten in die Feinheiten erlaubter Körperkontakte bei wildem Ska nicht wirklich eingeweiht war. Jedenfalls pickten sie den jungen Mann heraus, der am aggressivsten und unkontrolliertesten wirkte. Wie der Zufall es wollte, war das der einzige Tänzer schwarzafrikanischer Herkunft.

Was dann passierte, fand ich toll. Die Band hat sofort die Musik unterbrochen. Die vermeintlich von dem Rausgegriffenen zu wild angegangenen beschwerten sich zusammen mit anderem Publikum sehr gemischter ethnischer Herkunft, man möge den Mann doch seinen Spaß lassen. Aber die 3 Ordnungshüter kannten kein Pardon. Der Ruf von der Bühne “Wir sind gegen Polizeiwillkür” erhielt einigen Applaus.

Quartiersrat Pankrath mischt sich mal wieder ein

Als der wunderbare Auftritt von Mrs Winterbottom vorbei war, standen die 3 Polizisten immer noch am Rand der Bühne. Das wollte ich gern nutzen, mich zu erkundigen, was denn mit dem rausgedrängten jungen Mann passiert sei. Er habe einen Platzverweis für den Rest des samstäglichen Turmstraßenfestes erhalten. Er sei wohl auch tagsüber mehrfach aufgefallen und es habe Beschwerden wg. Belästigungen gegeben. Das kann ich zwar nicht wirklich überprüfen, aber ich war beruhigt, dass wildes Mittanzen nicht zu einer Anzeige geführt hat und mein zwischenzeitlicher Verdacht verstreut wurde, dass er womöglich wegen seiner Hautfarbe rausgepickt worden war. Für Rassismus ist nämlich kein Platz in Moabit!

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