Knut Pankrath

Dienstleister und Mensch

Ungeschriebene Artikel

Erstellt von gemeinschaft am Donnerstag 6. November 2008

Wenn man moderne Mythen wie Qualitätsjournalismus (Konken-Mantra), die grundsätzliche Sicherheit jeglicher Großtechnologie (ICE-Achsen) oder Kaufmannsehre bei führenden Konzernmitarbeitern (Bahnlenkerbonus für was?) glaubt, kann man manche Themen einfach nicht beherzt und sprachlich knackig auf den bösen Punkt anpacken. Selbst wenn es einem ein Bedürfnis wäre, etwas zur Bildung und Aufklärung des Gemeinswesens beizutragen, gibt es dann noch die womöglich käufliche “darüber schreibt Journalist nicht” Schranke. Zum Glück springen an der Stelle immer wieder Blogger ein, die anders als einige so genannte Qualitätsjournalisten nicht überlegen, welche Werbeeinnahmen mit einer klaren Aussage bedroht werden könnten oder ob sie Repressalien vom Themenmaulkorb bis zu arbeitsrechtlichen Weiterungen zu befürchten haben.

Inzwischen merke ich, dass sich bei mir auch nicht geschriebene Artikel ansammeln und das irritiert mich ein wenig. Warum tue ich das? Und ist das ein Phänomen, dass andere Businessblogger auch betrifft?

Ich gebe mal ein Beispiel: Im Umgang mit verschiedenen Vertretern der Zunft PR habe ich Erfahrungen machen müssen, die bei Privatbloggern mit Sicherheit zu namentlicher Nennung und genüsslicher öffentlicher Zerlegung geführt hätten. Ist der Grund für eine meinerseits ausgelassene Schreibchance die Scham, diese in Teilen digital so ungebildete Schar wichtigrednerischer Menschen in ihrerInkopetenz schutzlos hinzustellen? Oder ist da immer noch der Traum, die eigene Kompetenz in den Dienst der Kunden zu stellen, mit denen die PRler erstaunlicherweise immer noch arbeiten dürfen aber mit deren Anforderungen z.B. in Sachen Blogführung sie oft überfordert wirken? Und das zusammen mit den PRlern statt konkurrierend und sie abschießend? Oder soll ich doch noch ein paar öffentliche Briefe auf scribd laden, warum ich mit bestimmten PR-Playern zumindest derzeit lieber nicht zusammen arbeiten möchte? Das ist keine rhetorische sondern eine wirklich schwierige Frage.

Das tat gut. Zuweilen hilft es mir, noch unvollendete Gedanken zu verschriften. Das filtert unnütze Details weg und lässt in der Tendenz zu den Kernen der Dinge vorstoßen. Vielleicht ist das ja auch ein Motiv für Sie, unter die Businessblogger zu gehen oder begonnene Aktivitäten wieder zu beleben?

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