Knut Pankrath

Dienstleister und Mensch

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Vertriebsbeauftragter UNIX Software bei Uniware

Erstellt von knutpankrath am Mittwoch 29. Mai 2013

Vom Juli 1986 bis zum September 1991 war ich als Vertriebsbeauftragter für UNIX Software bei der Uniware Computer GmbH angestellt.

Unternehmen

Das Unternehmen hat als Subunternehmer zahlreiche Projekte im UNIX Software Umfeld für große der Branche wie Siemens und Nixdorf realisiert. Deren Kunden waren u.a. Bundesbehörden. Das Unternehmen war technologiegetrieben. Als Mitarbeiter Nummer 11 war ich neben der Mitgünderin der erste Nichtinformatiker bzw. Nichtmathematiker. Ich habe mich da zu Beginn staunend immer sehr wohl gefühlt.

Produkte

Neben den Projekten wurde an einer Verstetigung der Unternehmensentwicklung durch eigene Produkte gearbeitet. Ich erinnere mich spontan noch an Entwicklungswerkzeuge (UniScreen) und Bibliotheken (UniSpool, später UniBox/Spool) für die Softwareproduktion, mandantenfähige kaufmännische Software (UniBuch), Rechtemanagement UniDesk/Config und einen Pascalcompiler für den Lehreinsatz (UniPas).

Aufgaben

Zu Beginn ging es um den Aufbau von Struktur für den Vertrieb. Es fehlten zum sofortigen Loslegen Preisliste, Datenblätter, Handbücher und andere Dokumente. Hier durfte ich den mächtigen aber mäßig komfortablen Editor vi kennenlernen.

Der Vertrieb zielte zunächste auf die Hardwarehersteller, die damals noch um einiges präsenter bei Kunden waren und gegen die man schlecht verkaufen konnte. Später kam eine Mitarbeiterin dazu, die ich an die Aufgabe herangeführt habe. Ich gab den Bereich Softwarehäuser ab und konzentrierte mich auf die größeren Industriekunden. Wir nannten das nicht key account und haben auch sonst mit Marketinggetöse gespart. Vielleicht ein Fehler? Im Lauf der 5 Jahre hatte ich Personalverantwortung für Mitarbeiter, Werksstudenten und Praktikanten, denen ich das eine oder andere beigebracht habe und die meist schnell eigene Aufgaben übernehmen konnten.

Wie hingekommen

Der Fachvermittlungsdienst des Arbeitsamtes hat damals tatsächlich Angebote versandt, die nahezu zum Kandidaten gepasst haben. Ich befand mich zum Zeitpunkt der Bewerbung in einem PC Grundkurs beim Olivetti Bildungs Zentrum (OBZ). In der epischen Vorstellungsrunde es Kurses hatte ich es etwas kürzer gehalten: “Knut Pankrath auf dem weg zur Arbeit” Der Tag der Bewerbung bei UniWare war der der Klausur bei OBZ. Ich musste die Prüfung deutlich früher als die anderen verlassen, um meinen letztlich erfolgreichen Termin zu halten. Trotzdem war meine Klausurnote eine der besseren der Gruppe.

Details

  • Firmenbobtail
  • Am Tag der Bewerbung kam ich aus einem Fahrstuhl und wollte Richtung Firmentür, als sich mir ein Bobtail in den Weg stellte. Das Tier gehörte dem technischen und der kaufmännischen Gründerin. Das Tier hat im Lauf der Jahre auch Interessenten aus Industrie und Verwaltung mit seinem Wunsch nach kuschelnder Teilnahme verblüfft. OK, das mit dem Klauen von nicht gut verwarten Lebensmitteln oder Blumen kam nicht bei allen an. Aber Anna konnte auch prima Füße wärmen, wenn sie einen Ruheplatz suchte…

  • Lernen, die harte Tour
  • In meiner ersten Arbeitswoche fragte mich mein Geschäftsführer, ob ich wüsste, welche Hardwarehersteller in Deutschland UNIX machten. Nach meinem Nein verließ er kurz das Büro und kam mit mit einem Messekatalog zurück und sagte nur trocken: In 2 Wochen wissen Sie das bitte. Ich habe alle durchtelefoniert. Von Amdahl bis Zylog. Es war sehr lehrreich. Wie komnmt man z.B. an einer Sekretärin vorbei…

  • Geeks. Ich habe die professionell spielerische Art von Problemlösungen kennen gelernt, die gute Entwickler drauf haben. Mensch und Idee standen da noch über genormten Prozessen mit ihrem Hang zur Lösung, die auch weniger Begabte reproduzieren können. Wir hatten einen Kollegen, der eine Zeit lang immer eine weitere Stunde später kam und natürlich auch blieb, bis er wieder in sync mit den anderen war. Wir nannten das wrap around. Eine wirklich brillante Entwicklerin verblüffte mich mal mit einem Drinkrezept: Campari Aspirin. Ich habe das nie probiert und auch vergessen, welchen Effekt das hätte haben sollen. Den Ansatz der Kombination eigentlich nicht unbedingt füreinander bestimmter Zutaten fand ich faszinierend.
  • hart testen. Ich sollte seinerzeit den Pascalcompiler UniPas ein wenig ohne festgezurrtes Protokoll testen. Meine relativ gesehene Ahnungslosigkeit führte dazu, dass ich nicht nur den Compiler sondern gleich den Rechner zum Absturz brachte. Was hatte ich getan? Ein Programmteil hatte den Namen eines reservierten Wortes (wie begin oder end) erhalten. Der Compiler hatte bis zu meinem Test nicht alle diese Begriffe abgefangen. Ein Enwickler meinte, ich könne doch nicht diese Begriffe benutzen. Ich meinte nur zurück, dass Schüler als avisierte Nutzergruppe das sicher auch versehentlich oder gar absichtlich täten. Das leuchtete ein.

P.S. Mit Hennig Wilke und Brigitte Wilke leben 2 führende Köpfe des seit Jahren abgewickelten Unternehmens nicht mehr. Ich verdanke beiden einiges.
zum Lebenslauf

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