Knut Pankrath

Dienstleister und Mensch

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Vertriebsform Vernissage

Erstellt von gemeinschaft am Dienstag 7. August 2007

Neulich lud mich eine Bekannte, die international arbeitende Fotografin Manuela Höfer, zu einer Vernissage ein. Anlass dafür war, dass sie mit zwei Arbeiten bei der Veranstaltung 49 Meisterwerke vertreten ist, die vom 3. – 24. August 2007 in der von Klaus Kauffmann betriebenen RFA Galerie stattfindet. Da ich neugierig war, bin ich der Einladung gern gefolgt.

Beim Besuch dieser mir nicht sonderlich geläufigen Welt fielen mir als einem Exoten unter den Besuchern Dinge auf, die der eine oder die andere für den eigenen Vertrieb auch mal überlegen könnte.

  • Da Fotografen und andere Künstler oft um ähnliche oder sogar den selben Käufer buhlen, scheint es zunächst durchaus riskant, seine Arbeiten direkt neben die eines anderen zu stellen. Aber sie gehen das Wagnis immer wieder ein. Hier scheint mir das Basarprinzip derart zu wirken, dass eine Angebotsbündelung womöglich erst den Markt entstehen lässt. Zu überlegen wäre also möglicherweise, ob und wie man vergleichbare Situationen für sein eigenes Angebot findet oder schafft.
  • Bei einer Vernissage wird Akquise in Form einer Party mit ein paar speziellen Regeln gefeiert. Offenbar gibt es hier eine mehr oder minder ausgeprägte Einheit von Arbeit & Vergnügen sowie Anbieter & Nachfrager, die bei anderen Vertriebsformen weniger lustvoll ausfallen. Muss also Vertrieb immer Brief – Nachfassanruf – Pitch – Entscheidung sein? Bestimmt nicht! Und es muss auch nicht immer eine teure Messe oder Roadshow sein. Da gibt es bestimmt noch viel mehr Möglichkeiten.
  • Auf der Liste der grundsätzlich käuflichen Werke finden sich Preise von 750 bis 2.000.000 Euro. Gemessen an meinen wenig ausgeprägten Kenntnissen des Marktes für zeitgenössische Kunst scheint mir die Preispolitik dabei innerhalb von selbstausbeuterisch niedrig bis fernab des real erzielbaren zu pendeln. Das ist irgendwie erfrischend in einer Zeit, wo laut Werbeversprechen zuweilen der Eindruck erweckt wird, man könne irgendwo einen Euro für 90 Cent erwerben. Ich ermuntere deshalb jeden, darüber nachzudenken, was er für ein Produkt oder eine Dienstleistung wirklich haben will und nicht nur zu schauen, ob irgendwer das schlechter und billiger anbietet.

Bevor es noch völlig aus den Augen gerät: Besuchen Sie die RFA Gallerie am besten selbst und schauen Sie, was heutzutage am Kunstmarkt los ist. Und lassen Sie sich durch einen Ortswechsel fernab des Tagesgeschäfts einfach mal inspirieren. Dabei wünsche ich Ihnen Vergnügen und Erfolg!

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