Knut Pankrath

Dienstleister und Mensch

Verzugszinsen zeitsparend errechnen

Erstellt von gemeinschaft am Dienstag 10. März 2009

Natürlich passiert es schon einmal, dass ein Kunde ein paar Tage später bezahlt, als er zugesagt hat. Das ist in den meisten Fällen auch nicht weiter dramatisch. Eine Entschuldigung, eine zeitnahe Begleichung nach erstem hoffentlich freundlichem (!) Verzugshinweis und alle sind glücklich.

Zuweilen ist der Verzug besonderer Kandidaten aber nicht der erste oder auch für Sie zeitlich nicht mehr länger akzeptabel. Der Kaufmann erinnert sich womöglich dumpf an den Begriff Verzugszinsen. Der klingt zunächst kompliziert und unangenehm, muss es aber gar nicht sein. Ich sage mal, warum das so ist und es auch für Ihr Geschäft nützlich sein kann.

  1. Wenn Sie keine besonders komplizierten Verträge mit eigenen Regelungen z.B. für den Verzug mit Kunden schließen, gilt je nach Art der Beziehung (also grob zu den Gruppen Endkunden oder zu Kaufeuten) die eine oder andere Regel des BGB automatisch mit, auch wenn das den meisten Vertragspartnern gar nicht so geläufig ist.
  2. Konkret regelt das Thema Verzugszinsen § 288 des BGB, der in seiner Schlichtheit lästige Diskussionen über Unangemessenheit selbst ersonnener Verzugskonsequenzen erspart und der anderen Vertragsseite bzw. dessen Rechtsbeistand keine Angriffsflächen für langwierige juristische Auseinandersetzungen bietet.
  3. Natürlich beherrscht jeder Kaufmann seine Prozentrechnung. Jedenfalls theoretisch und ohne konkrete Zahlen. Aber wie war das noch mal mit der tagesgenauen Berechnung? Und was ist, wenn sich der zu verwendende Basiszinssatz im Verlauf des Verzugs ändert? Dafür gibt es ein schickes und einfaches kostenloses Onlinewerkzeug, das Ihnen lästiges grübeln und rechnen abnimmt.
  4. Als Eingaben für den Verzugszinsenrechner benötigen Sie lediglich a) die geschuldete Summe, b) das Datum der ursprünglichen Fälligkeit, c) das aktuelle Datum für eine Neuberechnung und d) die Unterscheidung zwischen Endkunden und Kaufleuten. Den Rest macht die Software im Hintergrund. Das Ergebnis können Sie auf Wunsch als .pdf Datei herunterladen und den Sachverhalt damit voll transparent kommunizieren.

Warum und sollten Sie mal darüber nachdenken, das zu nutzen und was beachten?

  1. Der eine oder andere Kunde ist über die Aufklärung und Ihren Beitrag zur Erziehung hin zu einer wirklich runden Geschäftsbeziehung vielleicht ganz dankbar. Die anderen werden wenigstens klar und deutlich informiert und können sich wunschgemäß verhalten und damit ihre Reaktion auf Ihr Verhalten besser einschätzen.
  2. Verzug bedeutet für Sie Vorfinanzierung und so ist ein Beitrag des Verursachers zum Ausgleich dieses einseitigen Nachteils einfach fair.
  3. Wenn Sie das machen, überlegen Sie lieber einen Moment länger, in welcher Form Sie Ihren Kunden das nahe bringen. Ich hatte über ausgesprochen freundliche Mahnungen hier geschrieben. Vermeiden Sie nach Möglichkeit die Benennung allzu negativer Emotionen oder gar Drohungen. Sie wollen den Kunden ja nicht verlieren, sondern nur das Ihnen vereinbarungsgemäß Zustehende!
  4. Sie können ja z.B. eine bestimmte Anzahl Tage – am besten abgesprochen – still halten, in einer weiteren Stufe freundlich darum bitten, die Verzugszinsen selbst zu berechnen und nach einer branchen- und firmenspezischen Zeit wirklich ernst gemeinte Versuche der Regulierung dann in Eigeninitiative zu gestalten.

Nicht zu letzt sehe ich als alter Vertriebler natürlich auch den Anlass des Verzuges als Kommunikationsmöglichkeit, die zur Vertiefung und Erweiterung der Kundenbeziehung genutzt werden kann und die Passivität und Fluchen am Schreibtisch von den möglichen Ergebnissen locker überbietet. Also denken Sie mal drüber nach!

Wenn Sie Erfahrungen, Anmerkungen und Hinweise zum Thema haben, lassen Sie es mich und die anderen Leser gern per Kommentar wissen.

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