Knut Pankrath

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Erstellt von gemeinschaft am Donnerstag 9. August 2007

die Rezension zum Buch

Wie nähere ich mich diesem Werk des O’Reilly Verlages, das bereits hervorragende Bücher für die EDV verlegt hat, bevor der erste IBM-PC vom Stapel gelaufen ist und dessen Kopf Tim O’Reilly den Begriff Web 2.0 erfunden hat? Besser nicht zu vorsichtig, weil reines Abfeiern nicht hilft, die Produkte noch besser für die Leser zu machen.

Also schreibe ich zunächst das für den Maßstab von O’Reilly fast schon Selbstverständliche zuerst:

Die optische, haptische und grafische Aufmachung ist bewährt schlicht und edel. Das Buch platzt beinahe vor wirklich nützlichen Hinweisen und mit Moritz Sauer wurde ein Autor verpflichtet, dem man jederzeit abnimmt, dass er auch in Details weiß, wovon er redet. Dass die rechtlichen Grundlagen in Teil 4 des Buchs von der „Gastautorin“ Laura Dierking vorgestellt werden, finde ich überzeugend.

Meine Fragen und die in ihnen mitschwingenden Kritikpunkte zum Ansatz des Buches sind eher grundsätzlicher Natur, weil die angebotenen Inhalte überzeugend das darstellen, was innerhalb bestimmter angenommener Parameter vom Leser gefragt sein dürfte. Auf genau diese Parameter aber möchte ich Ihren Blick für den kritisch fragenden Moment lenken.

Ist der Ansatz der recht schnellen Konzentration auf a) selbst machen und b) Wordpress installieren wirklich so verbreitet, dass er den ihm zugebilligten Raum verdient? Besonders die wie ich finde unterrepräsentierte Frage vieler kleiner Firmen, Selbständiger und Freiberufler des an jeder Stelle zu entscheidenden make or buy wird nach meinem Verständnis nicht oder nicht hinreichend gestellt. Das hätte natürlich eine Reihe von Auswirkungen auf Kapitel, die dann weniger wichtig wären, während andere ggf. noch hinzugefügt werden müssten. Soll ein Freiberufler mit Stundensätzen im dreistelligen Eurobereich wirklich anfangen, XHTML Code zu optimieren? Muss der nicht vielmehr ggf. sogar haarklein erklärt bekommen, wie er zu ersten Kommentaren und Trackbacks von marktrelevanten anderen Businessblogs kommt?

Natürlich ist der Markt eher privat motivierter Blogs größer, aber ich wünschte mir schon die explizite Betrachtung und Beachtung der Bedürfnisse derer, die mit Businessblogs überwiegend kommerzielle Interessen verfolgen. Aber vielleicht wird das ja noch ein anderes gutes Buch? Das würde die Leser von bblogs.de, einer Gemeinschaft deutschsprachiger Businessblogs, vermutlich interessieren. Genug der Fragen.

Ich fazitiere: Dieses fast 300 seitige Buch zum Preis von 19,90 Euro gehört in die Hände aller, die Muße und Interesse haben, möglichst viel selbst zu machen und sich dabei gern so unterstützen lassen, dass sie von den gängigsten 100 Fehlern mindestens die Hälfte vermeiden können.

Nachtrag 1
Diese Rezension wird auf der Webseite des O’Reilly Verlages hier zitiert.

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