Knut Pankrath

Dienstleister und Mensch

Angriffslust

meine Entdeckung

Ich habe im realen wie im digitalen Leben festgestellt, dass es nicht – oder nicht mehr – meine Art ist, immer aus dem Weg zu gehen, wenn sich jemand absichtlich breit macht und den allen zustehenden Platz für sich allein beansprucht. Auch schweige ich ungern an Stellen, wo etwas gesagt werden müsste, es aber niemand tut, weil das in der Situation nicht schicklich sein könnte.

Verwechseln Sie bitte nicht wohl dosierte funktionale Angriffslust mit sinn- und zielloser Rauflust, auch wenn beide als eine Wurzel eine gewisse Aggressivität gemeinsam haben. Ich werde Ihnen gleich 3 Beispiele aus meinem digitalen Leben geben und dann Ihren denkbaren Nutzen zu beschreiben.

meine Beispiele

Die Beispiele handeln von einem misslungenen Vortrag, einer geschmacklichen Fragwürdigkeit sowie einer fragwürdigen Rechercheleistung.

  1. Martin Dolling war Referent eines Vortrages im Rahmen des Businessplanwettbewerbes Berlin-Brandenburg (BPW). Ich habe seinen Beitrag als mindestens mittlere Zumutung empfunden und das in meiner Rolle als bpwBlogger im Beitrag Martin Dolling deklamiert zu Geschäftsmodellen auch deutlich artikuliert.
  2. Logoklops im Inselglück habe ich diesen Beitrag genannt, der eine geschmackliche Fragwürdigkeit oder Entgleisung beim Namen genannt hat. Das Inselglück ist eine lokale Moabiter Veranstaltung, die von einem Verein getragen wird. Die Mittel für die Veranstaltungen kommen aus unterschiedlichen Fördertöpfen.
  3. Im Blogbeitrag heute.de vergisst oberprima.com spieße ich für einen Kunden die Nachlässigkeit auf, mit der eine Onlineredaktion eine Geschichte erzählt und dabei zumindest eine seltsame Auswahl erwähnter Akteure vornimmt.
  1. Warum meinte ich, den Referenten Martin Dolling so angehen zu müssen? Ein Referent ist gegenüber seinem Publikum in einer hervorgehobenen Position. Er hat die Verantwortung, die wertvolle Zeit seines Publikums nicht zu missbrauchen. Mein Beitrag sollte anderen Besuchern des BPW Warnung und dem Referenten Ansporn sein. Geblieben ist jedenfalls, dass eine google-Suche nach Martin Dolling meinen Beitrag meist recht weit vorn ausweist.
  2. Warum habe ich verbal in Richtung Inselglück gerempelt? Eine Veranstaltung, die letztlich aus Steuergeldern finanziert wird, hat sich vielleicht an mehr Regeln zu halten als eine, die auch finanziell unabhängig agiert. Ich fand und finde es 1) unangemessen, im Plakat mit einer mindestens möglichen Assoziation des RAF-Logos zu spielen, was 2) dem Ruf meines Kiezes nicht eben förderlich ist. Und als Quartiersrat fühle ich mich der schweigenden Mehrheit meiner Mitbürger verpflichtet, den Mund auf zu machen bzw. die Tasten anzuschlagen.
  3. Warum habe ich in Richtung heute.de gezielt? Zum einen gibt es da die Faktenlage, dass die Recherche für den Beitrag bei meinem Wissensstand wirklich ein wenig nachlässig wirkte. Zum anderen war es natürlich auch Ziel, oberprima.com ein Stück neue Öffentlichkeit zu bescheren, indem man einem Arrivierten Akteur wie heute.de die Auseinandersetzung “anträgt”.

Ihr denkbarer Nutzen

Ich kenne Dienstleister und Geschäftsleute, die eher notgedrungen als lustvoll “irgendwie im Internet” vertreten sind. Darunter sind oft herausragende Problemlöser wie z.B. Ingenieure oder Vertreter aus vermeintlich weicheren Branchen wie dem Sozial- oder Bildungswesen oder der Kunst, denen es keine Freude macht, mit vorwärts drängenden Formulierungen den digitalen Platz zu beanspruchen, der ihrer Leistung eigentlich entspräche. Denn machen wir uns nichts vor: Was Suchmaschinen im Internet nicht finden, wird von möglichen Kunden nicht gefunden. Also lassen Sie mich Ihre Abteilung Attacke sein, wenn Sie sich weiterhin auf das konzentrieren wollen, was für Sie wichtig ist: Der nächste Anruf beim Kunden, die nächste Verbesserung eines Produkts, …