Knut Pankrath

Dienstleister und Mensch

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Zen oder die Kunst der Präsentation

Erstellt von gemeinschaft am Freitag 8. August 2008

Hier stelle ich Ihnen nun ein Buch von Garr Reynolds aus dem Verlag Addison-Wesley vor, das ich inhaltlich in die Kategorie Großwerk einsortiere. Auch wenn sich der 230-Seiter zum Preis von 29,95 meinem Besprechungsschema zu entwinden versucht, werde ich mich dieser Herausforderung stellen.

So wie ich den Inhalt verstehe, geht es dem Autoren u.a. um eine Hilfestellung, potenziell Vortragenden aus dem Problem herauszuhelfen, daß Sie mit gängigen Präsentationsprogrammen etwas darstellen wollen/sollen und sich aus gewachsenen Konventionen zu befreien. Anders formuliert: Wenn Sie sich mit dem Buch auf den Weg machen und wenigstens Teile der Inhalte anwenden, könnte es gut passieren, daß Sie nach der nächsten Präsentation an Stelle des endlich-vorbei-Aufstöhnens echten Applaus bekommen und, viel wichtiger, Sie Ihre Idee erfolgreich transportiert haben.

Plus

  • Das Buch ist optisch und haptisch schlicht als schön zu bezeichnen. (siehe z.B. das abgebildete Titelblatt unten)
  • Bei allen Überzeugungen, die bei Garr Reynolds offensichtlich tief verankert sind, tritt er immer Angebote machend und nie schulmeisterlich im Ton auf.
  • Die Grundgliederung in 5 Teile mit einer weiteren Strukturierung durch Abbildungen, Zwischenüberschriften und andere Mittel ermöglicht es gut, das Buch auch häppchenweise zu lesen, ohne “mittendrin” unterbrechen zu müssen, wenn man denn will. Das Buch hat mich immer wieder angeregt, Pausen zu machen und Ideen sacken zu lassen und Zettel mit Notizen und Ideen zu füllen.
  • Für das Vorwort wird niemand geringeres als Guy Kawasaki aufgefahren, der es sich nicht nehmen lässt, sein Vorwort ebenfalls als Präsentation abzuliefern. Wer sich diese als vorgetragen vorstellt, wird vielleicht auch wie ich vergnügt lachen müssen und trotzdem eine Botschaft aufgenommen haben. (Mir fiel auf, dass Guy anders als zum Teil drittklassige deutsche TV-Seriendarsteller keinen Eintrag in der deutschen Wikipedia hat. Das kann eigentlich kaum wahr sein!)
  • Ein weiterer mir bekannter großer Name findet sich mit Seth Godin im Klappentext. (Der fehlt auch in der deutschen Wikipedia!)
  • An der Stelle des Buches, wo es Hinweise zur “Entwicklung der Story” um die zu transportierenden Inhalte geht, bezieht sich Reynolds ausdrücklich auf das wirklich gute Buch “Was bleibt” von den Gebrüdern Heath, welches ich ebenfalls hier für Sie besprochen habe.
  • Minus

    • Im Abschnitt mit zahlreichen Beispielfolien wird der weniger gut englisch sprechende Mensch für meinen Geschmack zu allein gelassen. Auch ohne eine die Optik sprengende 1:1 Übersetzung hätte ich mir hier den einen oder anderen KURZEN Hinweis auf die jeweiligen Knackpunkte bzw. Höhepunket der Beispiele gewünscht. Das mag dem Ästheten widersprechen, funktionell hilfreich wäre es aber womöglich.

    Frage

    • Zur Hauptthese, so wie ich das Buch verstehe, dass die Präsentation lediglich zur untermauernden Unterstützung dessen gut ist, was jemand zu sagen hat, ist das Medium “Buch pur” womöglich zu eng. Könnten nicht ein paar Beispiele für das Zusammenspiel von Präsentation und gesprochenem Wort in Form von Videos auf einer CD/DVD das Paket abrunden?

    Summe

    • Das Buch hat meiner Ansicht nach das Zeug, einem geistig offenen Leser im besten kant´schen Sinne aus selbst verschuldeter Unwissenheit heraus zu helfen, um funktionell munter Botschaften zu transportieren statt konventionell einschläfernd die üblichen Funktionen gängiger Präsentationssoftware zu nutzen. Dazu muss man lediglich ETWAS bis ALLES in Frage stellen, was man zuvor in Präsentationen so gemacht hat, weil alle anderen es auch tun. Ich werde es versuchen!

    Ergänzungen

    1. Ich habe noch eine prima Milchmädchenrechnung für Sie: Wenn Sie bislang überlegt haben, wegen des irgendwie geistig verwandten Titels “Tod durch Powerpoint” zu kaufen, lesen Sie hier die Rezension von Timo Off, sparen 8,95 Euro für das offenbar eher flache Buch und schon haben Sie ein Teilbudget für das hier besprochene Buch. OK, betriebswirtschaftlich ganz sauber ist das nicht…
    2. Vielleicht mögen Sie zusätzlich meine Rezension eines weniger philosophischen denn ausgesprochen pragmatischen deutschsprachigen (meint hier: nicht aus dem englischen übersetzt) Buches zum Thema Präsentieren mit Laptop und Beamer lesen.

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    2 Kommentare zu “Zen oder die Kunst der Präsentation”

    1. Timo sagt:

      Das ist ja eine amüsante Ergänzung.
      Aber ich teile sie voll und ganz!! :-)

    2. Frank sagt:

      Also bei mir hat das Buch die Präsentationen radikal verändert. Ich will mich gar nicht mehr an die Zeit vor dem Buch erinnern :-)